“Mama, fang doch an zu golfen!”

Wenn du mit Teenagern zusammen lebst, kommt plötzlich die Zeit, da du nicht mehr einfach nur Erzieherin und Ernährerin bist, sondern Teil ihres Insta- und Tiktok-gepushten Styling-Universums. Nebst allen problematischen Aspekten weckt der dringliche Wunsch von Kindern, in ihren Eltern was Cooles zu sehen, worauf sie vor ihrer realen und virtuellen Comunity stolz sein können, auch gute Ideen. Als mich meine 15-jährige Tochter vor einem Jahr fragte: „Mama, wäre nicht Golfspielen was für dich?“ war das etwa so, wie wenn sie mir gesagt hätte: „Kauf dir doch einen Porsche!“ Oder eine Gucci-Tasche. Golfen war für mich gefühlsmäßig so weit entfernt von meinem Lifestyle wie Maria Callas von Miley Cyrus. Ich hatte noch nie in meinem Leben einen Golfschläger in der Hand und musste lange grübeln, ob ich überhaupt jemanden kenne, der diesem Sport nachgeht. Golf hatte für mich das Image der elitären, snobbishen Freizeitbeschäftigung der gelangweilten Highsociety oder Managerwelt, die an Wochenenden oder Feierabenden sinnlos probierten, ein Bällchen in ein Loch zu treffen. Meine Tochter bekam also gleich eine Absage von mir. Doch wie das so ist, wenn Kinder Müttern einen Floh ins Ohr setzen: Es lässt sie nicht mehr los …

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